Mandarinen aus eigenem Anbau

Diese Woche war wieder einmal derartig mit Arbeit überladen, dass ich kaum zu etwas Anderem gekommen bin. Und das, obwohl gerade jetzt zu Frühlingsbeginn eine Lawine Gartenarbeit auf mich warten würde.
Was soll’s – wenigstens mein Mandarinenbäumchen habe ich abgeerntet und ein paar Gläser herrliche Marmelade aus den delikaten Früchtchen gekocht.

Die zierliche Pflanze konnte ihre Last kaum mehr tragen – sage und schreibe 650 Gramm Früchte hab ich ihr abgenommen! Die kleinen Mandarinen duften herrlich und haben einen intensiven Mandarinengeschmack. Allerdings ist die „Winter-Charge“ im Vergleich zu den Früchten, die im Sommer reifen, immer ein bisschen herber und leicht sauer. Was sich aber in einer Marmelade nicht schlecht macht, weshalb ich die ganze Ernte zu fruchtigem Brotaufstrich verarbeitet habe.

Reichlich Früchte am Mandarinenbäumchen

Die Schalen waren extrem weich (und natürlich ungespritzt), sodass ich sie kurzerhand mitverarbeitet habe. Nur die größten Kerne hab ich aussortiert – sie sind doch sehr bitter.

Mandarinenernte

Die 650 Gramm Mandarinen hab ich in einem großen Topf grob zerkleinert, 450 Gramm Rohrohrzucker dazugefügt und die Mischung aufgekocht. Die Früchte waren so zart, dass alles in wenigen Minuten weich war. Mit dem Stabmixer hab ich daraufhin alles zu Mus püriert, zwei Teelöffel Agar-Agar hinzugefügt und die Marmelade nochmal rund zwei Minuten gekocht.

Mandarinenmarmelade

Danach hab ich der Mischung ein Stamperl Cointreau gegönnt und alles in kleine Schraubgläser gefüllt. Das Ergebnis ist echt delikat! Eine Marmelade mit intensivem Mandarinengeschmack, süß und trotzdem leicht herb im Abgang – genau mein Geschmack!

Dem Bäumchen hab ich gleich neue Erde und eine gute Dosis Zitrusdünger verpasst, damit es sich von den Strapazen erholt und hoffentlich im Sommer wieder viele kesse Früchtchen liefert. 🙂

Was tut sich sonst? Gartentechnisch eine Menge!

Heckenkirsche

Nach der Heckenkirsche stehen nun schon die Mandelbäume in voller Blüte. Unglaublich viele Bienen und Hummeln laben sich an den Blüten. Wenn man unter den Bäumen steht, hört sich das dumpfe Brummen der Insekten an wie ein leise vor sich hinschnurrendes Triebwerk. Wahnsinn!

Blühender Mandelbaum

Mich stimmt das sehr zuversichtlich. Überall wird beobachtet, dass immer weniger Bienen unterwegs sind, während ich eher das Gefühl habe, dass es bei uns jedes Jahr mehr werden. Vielleicht bringt das „Natur im Garten“-Prinzip ja doch etwas. Bei uns wird weder Spritzmittel, mineralischer Kunstdünger, Unkrautvernichtungsmittel noch Schneckenkorn verwendet. Zudem lassen wir immer Laubhaufen und Totholz herumliegen, was für Insekten auch sicheren Unterschlupf im Winter bietet.

Im Grund würde es mich extrem reizen, selber ein paar Bienenvölker im Garten zu halten. Aber es ist halt doch einiges an zusätzlicher Arbeit, und wenn ich es machen würde, dann eben hunderprozentig und nicht „mal so nebenbei“. Aber kommt Zeit, kommt Gelegenheit. Wer weiß. 😉