Meine Stockrosen

Letztes Jahr hab ich erstmals Stockrosen (Althaea rosea) aus Samen gezogen und im Hausgarten angepflanzt. Diese große alte Heilpflanze hat früher in keinem Bauerngarten gefehlt und sieht nebenbei auch noch wunderschön aus. Die Blüte ist schon in vollem Gange und ich hab bereits begonnen, die Ernte einzufahren.

Die Stockrose gehört wie auch die Samtpappel (Echter Eibisch) zu den Malvengewächsen (Malvaceae). Als solche enthalten sie in allen Pflanzenteilen reichlich Schleimstoffe, wirken abschwellend und schleimlösend und sind daher oft Bestandteil von Hustensäften (speziell die fast handtellergroßen Blüten). Die Blätter wirken leicht abführend und können bei Darm- und Harnwegserkrankungen lindernd eingesetzt werden. Eine Salbe aus dem Wurzelauszug hilft gut bei Abszessen, Geschwüren und auch Brandwunden. Und das Schöne daran: Diese Pflanzen sind frei von unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen.

Stockrosenblüte

Die Stauden haben mittlerweile eine Höhe von über zwei Metern erreicht, und der letzte Sturm hat sie durch die große Angriffsfläche fast aus dem Boden gehebelt. Stabile Stützen haben die Lage wieder halbwegs unter Kontrolle gebracht, die Wurzeln haben zum Glück keinen Schaden genommen. Eigentlich sind Stockrosen zweijährige Pflanzen, die im ersten Jahr nur eine grundständige Blattrosette ausbilden, im zweiten Jahr so richtig loslegen, reichlich blühen und fruchten, um sich dann erneut auszusähen und im folgenden Winter einzugehen. Bei richtiger Pflege kann man aber durchaus auch über mehrere Jahre Freude an einer einzelnen Staude haben. Wichtig dafür ist, dass man die dicken Stämme gegen Ende der Blütezeit knapp über dem Boden zurückschneidet und die Wurzelstock über den Winter mit etwas Mulch vor Kälte und Austrocknung schützt. Ich werde das probieren und beizeiten berichten, ob es geklappt hat. Direkt am derben Wurzelstock treiben schon jetzt neue Blätter.

Neuaustrieb Stockrose

Während der Blütezeit, die vor rund drei Wochen begonnen hat und bis in den September dauern wird, nehme ich nun regelmäßig einige der wunderschönen großen Blüten ab und trockne sie für Tees und als Süßspeisenaroma (leicht säuerlich, sehr angenehm).

Zudem hab ich mich erinnert, dass wir als Kinder immer gerne die jungen diskusartigen Fruchtscheiben der wilden Malven geknabbert haben, und daher nachgeschlagen, ob man die um ein Vielfaches größeren Früchte der Stockrose ebenso verwerten kann. Man kann – entweder frisch in den Salat und als Rohkostbeilage, oder auch kapernartig eingelegt, wie ich es beispielsweise auch mit den unreifen Samen der Kapuzinerkresse probiert habe (sehr gut!).

Fruchtscheiben der Stockrose

Geschälte Fruchtscheiben der Stockrose

Einen Versuch hab ich auch noch gestartet, die grünen Scheiben als Hauptspeise zuzubereiten, was wirklich sehr fein geworden ist. Ich hab sie einfach paniert und frittiert – so, wie man auch gebackene Champignons zubereitet. Und das Ergebnis: Exzellent! Dafür lasse ich jedes andere panierte Gemüse links liegen!

Die von den pelzigen Kelchblättern befreiten Scheiben sind einfach und rationell zu panieren, weil flach und rund, und ebenso in relativ wenig Öl in kurzer Zeit herausgebacken. Die Dinger waren zusammen mit einem leichten Kräuterdip so herrlich, dass wir zum einen gleich nachproduziert und zum anderen beschlossen haben, dies nun öfter einmal auf den Speiseplan zu setzen.

Panierte Stockrosen-Fruchtscheiben

Was tut sich sonst?

Ringelblumen und Marillen sind in Massen zu ernten und zu verwerten. Und auch die erste Zwetschkensorte ist reif.

Marillenernte

Ringelblumenernte

Und … Ente gut, alles gut … unserem Viktor geht es blendend. Sein neues Federkleid sprießt, seine Flügel haben ihre Spannweite in dieser Woche vermutlich verdoppelt und er wird mit jedem Tag größer und schwerer. Nächste Woche gibt es wieder aktuelle Fotos. 🙂