Wir Mädels von der Ausbildung Kräuterwissen treffen uns seit Abschluss der Kurse in regelmäßigen Abständen bei jeweils einer der Absolventinnen zu einem Workshop. Im August waren wir bei Susi zum Seifensieden und gestern bei mir daheim zum Kosmetik-Selbermachen. Ich hab in den letzten Wochen und Monaten viele Bücher darüber gelesen, Rezepte gesammelt und meine Erfahrungen in einem Skriptum zusammengefasst. Auch etwas ganz Neues haben wir gestern ausprobiert: Selbstgemachten Lippenstift.
Äpfel über Äpfel
Wie in einem der letzten Beiträge erwähnt, hab ich ein paar gute Quellen für verwilderte Apfelbäume in der näheren Umgebung. Die kleinen Früchte sind reif und reichlich, daher hab ich mich diese Woche bedient und bin mit zwei großen Säcken aromatischer Äpfel in den verschiedensten Sorten heimgekommen. Einige Arten halten sich vermutlich ganz gut, sodass man sie über den Winter einlagern kann. Andere wiederum – besonders die leicht beschädigten und offensichtlich wurmigen – gehören so bald wie möglich verarbeitet, und dafür braucht’s ein paar neue Ideen.
Weißdorn
Beim Heimschlendern vom Bahnhof hab ich vor kurzem einen wunderbaren Weißdorn-Strauch voll mit prallen roten Früchten entdeckt. Die Pflanze gilt ja als ein sanftes natürliches Mittel zur Herzstärkung, wobei ich diese Wirkung bisher eher mit den Blättern und Blüten in Verbindung gebracht habe. Aber auch die Beeren enthalten diese Wirkstoffe, wenn auch in etwas geringerem Ausmaß. Nach kurzer Recherche daheim bin ich daher nochmal raus und hab einen Sack davon gepflückt.
Eissalon-Feeling daheim
Zum Besuch meiner Nichte im Sommer 2014 hab ich mir damals doch noch eine Eismaschine geleistet, obwohl ich normalerweise nicht für jeden Handgriff in der Küche eigenes Gerät herumstehen haben möchte. Bewogen dazu hat mich der Hintergedanke, dass mir die hauseigene Eisproduktion eigentlich eine super Möglichkeit bietet, die reichliche Obsternte zumindest begrenzt haltbar zu machen. Zudem essen wir im Sommer ganz gerne ein Eis als Nachtisch, und die Maschine ist so hochwertig, dass wir sie vermutlich mit ins Grab nehmen können. Eine gute Investition also, die auch diesen Sommer ausgiebig genutzt wurde, obwohl die Obsternte eher dürftig ausgefallen ist.
Mein chinesischer Gemüsebaum
Schon vor zwei Jahren hab ich mir einen kleinen chinesischen Gemüsebaum (Toona sinensis) geleistet und ihn gleich vor unsere Terrasse gepflanzt. Die zahlreichen Blätter hab ich bisher nur als einfache Würze genutzt – so, wie es eben im Katalog angegeben war, aus dem ich die Pflanze damals bestellt hab. Nun muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich erst jetzt durch ein bisschen Recherche im Internet erfahren habe, was der „Chop-Suey“-Baum wirklich alles zu bieten hat.
Gartenjahr 2015 – ein Fazit
2015 war gartentechnisch ein etwas schwieriges Jahr. Extreme Hitze und Trockenheit über Wochen hinweg haben vielen meiner Pflanzen schwer zugesetzt – sogar dem einer oder anderen gestandenen Baum. Wirklich genossen haben das Klima nur wenige Arten, darunter meine neuen Okra-Stauden, die Moringa-Bäumchen und die wärmeliebenden Chilis und Paprikas. Dafür hatten wir so gut wie keine Marillen und keine einzige Himbeere. Die Trauben sind auf den Reben zu Rosinen vertrocknet und auch der Holunder schwächelt fast blätterlos der Reife entgegen.
Okra im Eigenanbau
Dieses Jahr hab ich im Garten einige Versuche mit exotischen Pflanzen gestartet, die ich aus im Internet erstandenen Samen gezogen habe. Darunter sind auch zwei prächtige Okra-Stauden, die jetzt bei der Hitze so richtig aufgeblüht sind und jede Menge Früchte abwerfen.
Portulak
Bis vor gar nicht so langer Zeit wusste ich nicht, dass das „Unkraut“ mit den fleischigen Blättchen, das in der größten Hitze gedeiht, wenn sich sonst alles vor Trockenheit krümmt, Portulak heißt und ein super Wildgemüse ist. Auch dieses Jahr wuchert diese Pflanze auf den Gemüsebeeten. Zeit, sie endlich einmal zu verwerten.
Hitzetaugliche Rezepte & Resteverwertung
Die Tagestemperaturen der letzten Wochen bewegen sich fast ausschließlich zwischen 30 und 40 Grad Celsius, was viele Dinge enorm anstrengend macht, allen voran die Gartenarbeit. Ich hab bis auf das ausgiebige tägliche Gießen sämtliche Arbeiten eingestellt und erfreu mich lieber an der ersten Ernte. Tomaten, Paprika und Gurken wirft der Garten nun schon reichlich ab. Ich hab sie passend zur Hitze zu Gazpacho verarbeitet, einer kalten Gemüsesuppe nach andalusischem Rezept.
Über’s Mulchen
In letzter Zeit hab ich mich viel mit naturnahem Gärtnern und den Prinzipien der Permakultur auseinandergesetzt. Mulchen ist ein integraler Bestandteil davon, wobei die Meinungen darüber – wie bei fast allem – weit auseinander gehen. Also am besten selber probieren und Erfahrungen damit sammeln.
